Probenfoto DREAM CITY: Fabrice Erba
Probenfoto DREAM CITY: Fabrice Erba

DREAM CITY

ZUM STÜCK

 

// Premiere 18. Januar 2019, Oh! Festival, Zeughaus Kultur, Brig (CH)

21./ 22./ 23.01.2019, 20:00 h, Théâtre du Crochetan Monthey (CH) 

// Deutschland-Premiere 01./ 02.02.2019, 20:00 h, Ringlokschuppen Ruhr Mülheim 

15./ 16./ 17.03.2019, 20:00 h, Theater im Ballsaal Bonn 

// Eine Koproduktion dem Théâtre du Crochetan Monthey, Ringlokschuppen Ruhr Mülheim,

Theater im Ballsaal Bonn

// Gefördert durch ProHelvetia, ThéâtrePro Valais, Loterie Suisse Romande, Conseil de la Culture, État du Valais Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn

  

Im neuen Projekt Dream City sucht CocoonDance nach einer Struktur vielgestaltiger, gemeinsam anwesender Körper, nach Bildern des einen, in sich kommunizierenden, höher entwickelten komplexen Organismus. Die Choreografie macht eine körperliche Kommunikationsweise produktiv, die Inspiration aus nicht-menschlichen, organischen und instinktiven Prozessen schöpft. Körper werden in dieser Perspektive zu Körpern, die nicht mit sich selbst identisch, sondern offen sind zu Fort-Bewegungen miteinander.

Die künstlerischen Grundlagen dieses Projektes basieren vor allem auf der Erforschung der Bewegungsqualität „anderer Körper“, die für die choreografische Arbeit von CocoonDance so weit reichend geworden ist. In Dream City treffen die Tänzer von CocoonDance  auf Kinder und Jugendliche der Junior Company, Urban-Tänzer und Parcour-Künstler sowie den DJ Soundkünstler Franco Mento. Sie verschmelzen zu einem Organismus, zu einer polyphonen Synthese disparater Bestandteile.

Der Titel ist entlehnt dem Essay Speaking in Tongues der englischen Schriftstellerin Zadie Smith, die ihre "Traumstadt" so beschreibt: "Sie ist ein vielstimmiger Ort, wo die einheitliche, einzigartige Identität illusorisch ist. (...)  In Dream City ist alles doppelt, alles vielfältig. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als Grenzen zu überschreiten und in Zungen zu reden."

 

 

Pressestimmen (Auszüge)

 

Am Ende dieses eindrucksvollen Abends bleiben vor allem drei Dinge im Gedächtnis des Publikums, das für eine Tanzaufführung geradezu überbordend applaudiert. Giovanolas Idee, so viele Gangarten wie noch nie zu zeigen, die Höchstleistung der Tänzer und die Frage, wie denn die Stadtgesellschaft der Zukunft tatsächlich auszusehen hat. Mehr kann man wohl von einem solchen Abend kaum erwarten.

(Michael S. Zerban, O-Ton Internet-Magazin, abgerufen: 01.02.2019)

 

Zunächst scheint jeder für sich. Dann finden sich Paare, die gegenseitig ihre Bewegungen imitieren. Schließlich sind es Vierergruppen, die sich aufeinander beziehen. Immer wieder staunen die Zuschauer ob der Körperbeherrschung, mit der die Akteure die Gesetze der Schwerkraft auszuhebeln scheinen, und ihrer Präzision, mit der sie bei aller Rasanz der Bewegung und Enge Kollisionen vermeiden. Dabei verschmelzen Laien und Profis, Erwachsene und Kinder (das jüngste ist gerade mal acht Jahre alt) zu einer harmonischen Einheit… . Ein atemberaubender Abend mit einer großen emotionalen Wucht.

(Steffen Tost, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 04.02.2019)

 

Mehr und mehr füllt sich der Raum mit großen und kleinen Menschen, von denen jeder seinen Körper in seiner ganz individuellen Bewegungssprache einbringt ohne einen Blick für den anderen zu haben. Und doch bewegen sich alle gefahrlos im Raum. Keiner weicht einem anderen aus  und dennoch karamboliert keiner mit jemand anderen. Eine choreografische Glanzleistung!

Die Choreografin Rafaële Giovanola hat der Zufälligkeit der Fortbewegung anderer Körper ein überzeugendes choreografisches Gerüst gebaut, das den Beitrag jedes einzelnen am „Bau“ des Stückes voraussetzt und damit strukturierende Bedeutung für das Stück verleiht. Es sind die Lücken, das Dazwischen, das choreografisch großartig gestaltet wird und dem Stück eine unerwartete Dynamik verleiht. (…) Sechzehn Protagonisten bevölkern in Dream City schließlich den Bühnenraum. Hier treffen die Tänzer von CocoonDance auf Kinder und Jugendliche der Junior Company, auf Urban-Tänzer und Parcour-Künstler. (…) Es sind alles so verrückte, so komische und doch so überzeugend die Individualität des Einzelnen identifizierende Fortbewegungen, dass man als Zuschauer nach und nach ein Stück weit hinter das Geheimnis kommt: Panta rhei, alle Bewegungen fließen und verbinden sich zu einem unendlichen Bewegungsgeflecht. In Dream City, so erklärt der Dramaturg Rainald Endraß dazu, fügen sich über Jahre hinweg entwickelte Projekte und wichtig gewordene Themen wie der Austausch mit anderen nicht-ausgebildeten Tänzerkörpern zu einem Aufführungsprojekt zusammen. (Klaus Keil, www.tanzweb.org, abgerufen: 16.03.2019)

 

Choreografin Rafaële Giovanola und Dramaturg Rainald Endraß, die Cocoondance vor fast 20 Jahren gründeten, setzen vor diesem Hintergrund ihre experimentelle Erkundung der Körper-, Fremd- und Selbstwahrnehmung fort, deren Ergebnisse man zuletzt etwa in den großartigen Stücken „Momentum“, „Ghost B“ und „Vis Motrix“ bestaunen konnte. Man könnte beinahe sagen, dass „Dream City“ die dort gemachten Erfahrungen in einem großen Crossover der Bewegungen zusammenführt. „Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als Grenzen zu überschreiten und in Zungen zu reden“, beschreibt Smith in einem im Programm zitierten Essay-Ausschnitt das Leben in der „Dream City“. Also in einer Art „Übersprache“, die alle verstehen. Nur dass die Menschen auf der Bühne nicht durch Sprache, sondern durch ihre Körper kommunizieren. (…) Bei aller Heterogenität der Akteure und ihrer Bewegungen wirkt das Stück keineswegs beliebig, sondern im Gegenteil überaus organisch. (...) Bei alldem entwickelt sich das Stück wie eine sehr polyphon gearbeitete Sinfonie, die einen gewaltigen dynamischen Prozess erfährt. (...) Nach ungefähr 50 intensiven Minuten ist das Stück zu Ende. Das Publikum, das die Vorgänge auf der Bühne auf grauen Blöcken hockend von den Seitenlinien aus verfolgen kann und so Teil des Raumkonzepts wird, war von dieser Vorstellung am Samstagabend hingerissen. Großer Applaus. (Bernhard Hartmann, General-Anzeiger, Bonn, 18.03.2019)

 

Den Platz beleben 16 Leute, sie kommen aus allen Richtungen. Rein, raus, mit angstlosem Gleichmut. Normal ist hier also: jeder auf seine Weise. Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Mancher übernimmt auch die Weise von jemand anderem oder erfindet etwas dazu. Alles darf, niemand wird ausgegrenzt. Alle, Profitänzer und Amateure, sind vereint durch den Elektronikbeat von Franco Mento, aber herzlos. Wechselnde Dynamiken strukturieren das Geschehen, aber retten es nicht vor der Gleichgültigkeit.

(Melanie Suchy, Kölner Stadtanzeiger, 22.03.2019)  

 

Eine surreale Welt erschafft die Bonner Tanzkompanie CocoonDance  mit ihrer faszinierenden Produktion „Dream City“. Der Raum im Theater im Ballsaal bleibt weiß und leer, aber die Tänzerinnen und Tänzer schreiben mit ihren Körpern phantastische Geschichten ganz ohne Worten in immerfort unentdeckte Traumorte. (…) „Dream City“ spiegelt verschleiert die Bewegung der Städte. Wie Flaneure wuseln die Tänzerinnen und Tänzer durch imaginäre Szenerien, drängen zusammen und streben auseinander. Logik bleibt bei den Bewegungen auf der Strecke, Traumbilder entstehen und verwehen mit jeder Begegnung. „Dream City“ scheint gleich nebenan zu liegen, hinter einer verborgenen Tür, im rhythmischen Flackern zwischen seltsam interagierenden Körpern. Doch einen Augenblick später ist alles vorüber, wechselt der Traum der Tänzerinnen und Tänzer seine Formen, seine Farben und (ver)führt in neue Vorstellungen, neue Bewegungen, neue Phantasien. Und nur wer diesem faszinierendem Ensemble und der sich stetig neu formierenden Ensemble und der sich stetig neu formierenden Choreographie zusieht, kann hinter die Fassaden der Traumstadt gelangen.

(Christoph Pierschke, Schnüss - Das Bonner Stadtmagazin 04/2019; abgerufen: 28.03.2019)  

 

Nach und nach kommen immer mehr Tänzer hinzu, sie alle scheinen einem inneren Stadtplan zu folgen, gehen ihren Weg, ohne auf die anderen zu achten, aber auch ohne zu kollidieren. Manchmal wirkt es so, als gäbe einer einen individuellen Impuls in die Menge und als würden die anderen diesen aufnehmen und darin zu einem ganzen wachsen. Dabei sind die einzelnen Körperphysiognomien, die Hautfarben, die Bewegungen, die Haltungen und die Ausdrucksmöglichkeiten ungeheuer vielfältig.

Es ist ein Fest der Individualität in der Gemeinschaft.

(Antje Grajetzky,  Bühnentechnische Rundschau 2.2019, Rubrik: Thema: Licht & Ton) 

 

 

Besetzung Deutschland-Premiere 01.02.2019, Ringlokschuppen Ruhr Mülheim

Von und mit Fa-Hsuan Chen, Martina de Dominicis, Álvaro Esteban, Emilie Gunzinger, Amand Herczeg, Anna Kempin, Lola Kornbrust, Werner Nigg, Milon Pauka, Maris Pauka, Hugo Pratap Parvex, Chloé Rohrbach, Minela Tavares, Frédéric Voeffray, Marko Zelenovic / sowie in Bonn: Clara Krueger, Anna Nowak, Marco Pfister,

Mairin Pakleppa, Anna Sow, Carolin Straube // Choreografie, Regie Rafaële Giovanola // Komposition, DJing Franco Mento // Bühnenbild in Zusammenarbeit mit Monnard Design & Legros Studio // Lichtgestaltung Patrick Jacquérioz // Technische Einrichtung Peter Behle // Kostüme Mathilde Grebot // Choreografische Assistenz Leonardo Rodrigues // Dramaturgie Rainald Endraß // Management Mechtild Tellmann 

Proben- und Aufführungsfotos DREAM CITY-Deutschlandpremiere, Ringlokschuppen Ruhr Mülheim: Klaus Fröhlich 

 

Besetzung Premiere 18.01.2019, Zeughaus Kultur Brig (CH)

Von und mit Fa-Hsuan Chen, Tiago Diaz, Martina de Dominicis, Camille Erba, Álvaro Esteban, Emilie Gunzinger, Mathilde Hauser, Océane Major, Valério Maselli, Gilles Menzel, Werner Nigg, Hugo Pratap Parvex, Chloé Rohrbach, Minela Tavares, Frédéric Voeffray, Marko Zelenovic // Choreografie, Regie Rafaële Giovanola // Komposition, DJing Franco Mento // Bühnenbild in Zusammenarbeit mit Monnard Design & Legros Studio // Lichtgestaltung Patrick 'Lulu' Jacquérioz // Kostüme Mathilde Grebot // Choreografische Assistenz Leonardo Rodrigues // Dramaturgie Rainald Endraß // Management Mechtild Tellmann 

 

Probenfotos DREAM CITY Théâtre du Crochetan Monthey 12.01.2019: Fabrice Erba