EX-SITU

ZUM STÜCK

 

// Uraufführung: 31. Oktober 2018, Festival DENSE BAMAKO DANSE, Donko Seko, Bamako (Mali) im Rahmen des TURN – Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern

der Kulturstiftung des Bundes

// In Kooperation mit: Donko Seko (Bamako), Théâtre du Crochetan Monthey, Theater im Ballsaal Bonn, Ringlokschuppen Ruhr Mülheim

// Gefördert // Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und der Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn, Theatre-ProVS, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande

In Koproduktion mit dem Goethe-Institut (Internationaler Koproduktionsfonds) 

 

In seinem Werk „Marx‘ Gespenster“ entwickelt Jacques Derrida einen Diskurs des Gespenstischen, der eine mediale Figur des Dazwischen hervorbringt, „die eine Beziehung herstellt, ohne sich selbst fixieren zu lassen“.

„Signifying Ghosts“ nimmt Derridas Denkfigur als Ausgangspunkt für die interkulturelle Begegnung zwischen vier Choreografinnen und ihren Ensembles: Mit Kettly Noël aus Bamako, Nelisiwe Xaba aus Johannesburg, Vera Sander aus Köln und Rafaële Giovanola aus Bonn kooperieren vier außerordentliche Persönlichkeiten, die schon mit früheren Tanzprojekten für die Vermittlung zwischen Afrika und Europa stehen.

 

Zusammen mit dem Zentrum Donko Seko in Bamako und der Hochschule für Musik und Tanz in Köln schafft die CocoonDance Company einen experimentellen Begegnungsraum, in dem die Choreografinnen und ihre Performer parallel Projekte entwickeln, die jeweils ab einem vorangeschrittenen Stadium einer anderen Choreografin überantwortet werden. Der so entstehende hybride Zwischenraum schafft eine künstlerische Schwellenform, in der die kreative Zusammenarbeit stattfindet und die an kulturwissenschaftliche und postkolonialen Theorien des "Liminalen" (Victor Turner) oder des „Dritten Raums“ (Homi Bhabha) anschließt.

 

Die Projektentwicklung erfolgt in drei Phasen: Zunächst stellen die Partner ihre Stücke wechselseitig über Aufführungen, Lectures, und Workshops vor, so dass diese von den anderen angeeignet, überschrieben und transformiert werden können. In einer zweiten Phase werden aus den gemeinsam weiter entwickelten künstlerischen Strategien und dem Material vier neue Stücke erarbeitet, welche danach in einer dritten Phase durch Bonn, Köln, Mühlheim, Chemnitz, Weimar touren. Zu den beteiligten Tänzern gehören auch junge afrikanische Tänzer, sowie Studierende der Kölner Hochschule. An allen Orten finden Workshops mit Schülern und Studenten statt.

 

EX-SITU, das Teilprojekt von CocoonDance Company, entsteht aus der Re-Lektüre und Wiederaneignung einer früheren choreographischen Arbeit von CocoonDance. Jetzt jedoch, dem Konzept des Gesamtprojektes SIGNIFYING GHOSTS folgend, wird das Bewegungsmaterial wahrgenommen aus der Perspektive von heute, gelesen mit den Augen fremder Choreographen, interpretiert und transformiert durch mit dem Material unvertrauter Körper, die einen völlig anderen kulturellen wie biografischen Hintergrund besitzen. Der neue Impuls für diese Arbeit liegt nun darin, diese heterogenen einzelnen Körper zu einem Ganzen, einem vollständigen Organismus zu formen; zu einem Gefüge, zusammengehalten durch Haut,, Zellen, Organe und Glieder, in sich kommunizierend und agierend, einem organischen Zyklus von physischen Erregungszuständen folgend. 

 

Von und Mit: Ibrahima Camara, Fa-Hsuan Chen, Martina de Dominicis, Álvaro Esteban, Ana Koné, Werner Nigg, Léonce Noah, Sanga Ouattara, Greta Salgado // Choreografie: Rafaële Giovanola // Komposition: Jörg Ritzenhoff // Light design: Florent Blanchon // Dramaturgie: Rainald Endraß

 

Probe EX-SITU:  Trailer der dritten Projektphase Oktober 2018 in Bamako: Martina De Dominicis

Video-Dokumentation der 2. Projektphase im Juni in Bonn und Köln: Michael Maurissens/ Carré Blanc Productions 

 

 

 

 

 

Probenfotos EX-SITU: Martina De Dominicis